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Falschgeld in Höhe von 3,1 Mio. € registrierte die Deutsche Bundesbank im Jahr 2009.
Mit der Einführung des Euro- Bargeldes im Januar 2002 ging die Geldfälschung zunächst zurück. Heute, mehr als acht Jahre danach, haben sich auch die Geldfälscher an die neue Währung gewöhnt, die Fälschungen werden immer besser. 52.500 Fälschungen registrierte die Deutsche Bundesbank im gesamten Jahr 2009 im Zahlungsverkehr, wodurch ein Schaden in Höhe von 3,1 Mio. € entstanden ist. Im Vergleich zu den 41.000 einbehaltenen Geldscheinen im Jahr 2008 bedeutet dies eine Steigerung von 28 Prozent. Am meisten gefälscht wird der 50-Euroschein (49 Prozent), ihm folgen der 20-Euroschein (28 Prozent), der 100-Euroschein (17 Prozent) und der 200-Euroschein (3 Prozent).
Gefälschte Münzen 2009 gab es im Vorjahresvergleich zwar weniger gefälschte Münzen, jedoch wurden noch immer insgesamt rund 45.820 Fälschungen festgestellt. Davon waren 81 Prozent (über 74.000 €) 2-Euro-Münzen, 16 Prozent 1-Euro-Münzen und 3 Prozent 50-Cent-Münzen. Euro-Falschmünzen sind in der Regel nur bei sehr sorgfältiger Prüfung visuell von echten Münzen zu unterscheiden. Folgende Hinweise können die Echtheitsprüfung von Münzen erleichtern:
- Das Münzbild tritt bei Echt-Münzen deutlich abgegrenzt aus dem Münzgrund hervor.
- Die Farbtönung bei Falsch-Münzen weicht in der Regel von Echt-Münzen ab.
- Echte 1- und 2-Euro-Münzen sind nur schwach magnetisch. Falsch-Münzen dagegen haften meist sehr stark an Magneten.
- Die Randprägungen der echten Münzen sind gestochen scharf in den Münzrand eingeprägt.
- Fälschungen haben häufig unvollständige Randprägungen.
- Auch ist verstärkt darauf zu achten, dass es sich immer um eine Münze aus dem Euro-Raum handelt, da es auch Länder, wie z.B. die thailändische Baht-Münze oder die türkische Lihra-Münze gibt, die z. B. der 2-Euro-Münze sehr ähnlich sind, jedoch einen wesentlich geringeren Wert haben.
Geldscheine prüfen Bei dem Falschgeld in Papierform gibt es mittlerweile verschiedenartige Prüfgeräte auf dem Markt:
- Der „Quicktester“ sieht aus wie ein Stift. Zieht man mit diesem über den Schein einen Strich, so verfärbt er sich bei einem „falschen“ Schein schwarz, bei echten Scheinen ist nicht zu sehen. Der „Quicktester“ ist handlich und in der Anschaffung günstig. Der Nachteil ist, dass der Stift meist nur die schlechteren Fälschungen erkennen kann.
- Eine bessere, wenn auch kostenintensivere Alternative ist der Einsatz von UV-Lampen an den Kassentischen. Der Vorteil ist hier, dass die einfachen Fälschungen erkannt werden können und der Mitarbeiter an der Kasse kein Gerät in die Hand nehmen muss. Echte Banknoten leuchten farbig auf, falsche Scheine erscheinen in einem blauen Licht. Aber auch hierbei ist es Fälschern schon gelungen, die UV-Lampen durch gut gemachte „Blüten“ zu überlisten.
- Bei neueren Geräte wie z.B. der Firma Tellermate wird der Geldschein nur noch in das Gerät gelegt und dieses prüft und kontrolliert gleich mehrere Kriterien ohne Mehraufwand des Personal ab. Auch ein Vorteil: Diese Prüfgeräte können auch die Echtheit von Banknoten verschiedener Währungen jederzeit erkennen. Die beste Möglichkeit, wenn auch teuerste Methode zur Absicherung sind deshalb Geldprüfgeräte, die immer mehrere Sicherheitsmerkmale der Geldscheine überprüfen können.
Ohne technische Hilfsmittel hilft nur noch der aufmerksame Mitarbeiter. Das heißt: Fühlen: Auf der Banknotenvorderseite ist ein ertastbares Relief, insbesondere die Abkürzungen der Europäischen Zentralbank BCE, ECB, EZB, EKT, EKP, die Wertzahl und die Abbildungen der Fenster und Tore. Kippen: Die Spezialfolien mit den unterschiedlichen optischen veränderlichen Motiven werden sichtbar. Die rechte Wertzahl auf der Rückseite weist bei Banknoten (50 €, 100 €, 200 €, 500 €) eine sich verändernde Farbe auf. Sehen: Im Gegenlicht ist zu prüfen, ob das Wasserzeichen echt ist, der Sicherheitsfaden vorhanden ist, ob die Elemente des Durchsichtsregisters exakt aufeinander passen Es reicht nicht aus, nur ein Sicherheitsmerkmal zu prüfen, besser sollten immer alle Merkmale auf Echtheit geprüft werden. Hierzu gibt es ausführliches Informationsmaterial und sogar Lernprogramme für Kassenmitarbeiter bei der Deutschen Bundesbank. Infos unter: www.deutsche-bundesbank.de. Der Ernstfall Nützliche Tipps für das richtige Verhalten im Falle eines Falschgeldverdachts:
- Bleiben Sie ruhig! Setzen Sie sich keiner Gefahr aus.
- Lassen Sie sich nicht auf eine Auseinandersetzung ein.
- Versuchen Sie, einige der genannten Sicherheitsmerkmale zu erkennen, ohne dabei jedoch Verdacht zu erwecken.
- Sagen Sie dem Kunden, dass Sie etwas näher prüfen müssen. Wenden Sie sich dann an Ihren Vorgesetzten.
- Überlassen Sie es Ihrem Vorgesetzten, mit dem Kunden zu sprechen.
- Werden Sie nicht nervös und geben Sie die verdächtige Banknote nicht an den Kunden zurück.
- Wenn eine Überwachungskamera vorhanden ist, schalten Sie diese ein.
- Halten Sie den Kunden hin, ohne sich dabei einem Risiko auszusetzen.
- Rufen Sie die Polizei.
- Flüchtet der Kunde in einem Wagen, versuchen Sie, sich das Kennzeichen und die Automarke zu merken.
- Berühren Sie die gefälschte Banknote nur vorsichtig, um vorhandene Fingerabdrücke nicht zu verwischen.
- Spielen Sie nicht den Helden. Denken Sie immer an Ihre eigene Sicherheit.
- Auch wenn Falschgeld nicht ersetzt wird, sollte kein Händler auf die Idee kommen, sich schadlos zu halten, in dem er Falschgeld wieder in Umlauf bringt. Denn wer heute wissentlich Falschgeld einkassiert hat und weitergibt, macht sich strafbar (Paragraph 36, Bundesbank-Gesetz). Hier können Geldbußen bis zu 300.000 € drohen.
Download: Echt oder falsch? (PDF-Datei)
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