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Um auch im Alter in den eigenen vier Wänden bleiben zu können, muss beizeiten die Wohnung barrierefrei gestaltet werden.
Deutschland altert – das gilt nicht nur für viele Gebäude im Bestand, die energetisch auf Vordermann gebracht werden müssen, sondern natürlich auch für eine immer größer werdende Zahl ihrer Bewohner, für die man Barrieren im Wohnumfeld dringend beseitigen muss. Barrierefreiheit heißt das Gebot der Stunde. Schon seit geraumer Zeit wird das Thema in der Branche heiß diskutiert und mit den unterschiedlichsten Produkten und Lösungen umgesetzt. Wohnen im Alter verbinden viele Menschen in erster Linie mit Wohn- und Pflegeheimen. Aber noch immer ist die häufigste Wohnform die normale Wohnung. 93 Prozent der älteren Menschen, die 65 Jahre und älter sind leben in diesen Wohnungen. Allerdings nimmt die Anzahl der Heimbewohner mit steigendem Alter zu. Wie das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) in einer Studie, die im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung erstellt wurde, feststellt, leben von den 80 bis 84-Jährigen nur acht Prozent im Heim, bei den über 90-Jährigen sind es 34 Prozent. Das heißt, dass immerhin noch zwei Drittel dieser Altersgruppe in eigenen Wohnungen lebt. Dem steht aber gegenüber, dass lediglich ein Prozent der Wohnungen in Deutschland altersgerecht gestaltet sind, über 80 Prozent aller Seniorenhaushalte haben Barrieren in ihrer Wohnung.
Großer Nachholbedarf Die Marktforschungen von BauInfoConsult belegen einen „ungeheuren Nachholbedarf beim barrierefreien Bauen“. Nicht nur im Wohnungsbau, sondern auch im Nichtwohungsbau wird immer mehr auf Barrieren und ihre Beseitigung geachtet. Das Kuratorium Deutsche Altershilfe führt dazu im August 2011 aus, dass kurzfristig mindestens 2,5 Mio. barrierefreie Wohnungen in Deutschland fehlen und daher sei die Fortführung des Umbauprogramms dringend erforderlich. Im Bundeshaushalt 2012 seinen keine Mittel für das Programm „Altersgerecht Umbauen“ enthalten. Das KDA kritisiert den entsprechenden Kabinettsbeschluss vom 6. Juli 2011. Es fordert die Bundesregierung auf, das Programm über 2011 hinaus fortzuführen. „Der demografische Wandel verlangt, dass ältere Menschen, die dies wünschen, bei Pflege- und Hilfebedarf länger in der eigenen Wohnung leben können. Grundvoraussetzung hierfür ist die Barrierefreiheit von Wohnraum“, sagte KDA-Geschäftsführer Dr. Peter Michell-Auli. Die KDA-Studie „Wohnen im Alter“ machte deutlich, dass der aktuelle und zukünftige Bedarf an altersgerechten Wohnungen sehr groß ist. Will man nur für ältere Menschen mit Bewegungseinschränkungen entsprechende Wohnangebote zur Verfügung stellen, müssen vier- bis fünfmal so viele barrierefreie Wohnungen entstehen, wie es bisher gibt. Kurzfristig ist von einem Bedarf von 2,5 Millionen altersgerechten Wohnungen auszugehen, mittelfristig steigt der Bedarf auf etwa drei Millionen Wohneinheiten.
Produktezur Realisierung BauInfoConsult befragte in telefonischen Interviews 180 Bauunternehmer um Einschätzungen gebeten, mit welchen Produkten und Produkteigenschaften Hersteller zur leichteren Realisierung von Barrierefreiheit beitragen können. Dabei kamen die verschiedensten Antworten zutage: Zum einen, so die Meinung der Bau-unternehmer, ist die Einrichtung der Gebäude betroffen, die barrierefreier gestaltet werden muss – neben Erleichterungen bei der Fortbewegung (wie Handläufen) betrifft das auch akustische und optische Erleichterungen für die älteren Bewohner, nicht zuletzt den Sanitärbereich. Hier nannten die Bauunternehmer wiederum verstellbare Sanitäranlagen und -möbel, befahrbare bzw. bodengleiche Duschen sowie Wannenlifte oder Wannen mit Türen. Auch die Zugänglichkeit der Wohnung muss erleichtert werden, am besten natürlich, indem von vornherein großzügiger und weitsichtiger geplant wird. Wenn es um die Ausstattung oder Einrichtung geht, zählen Aufzüge, Türen mit Sensortechnik, Handläufe und Griffe sowie unterfahrbare und verstellbare Möbel zu den bereits bekannten Nennungen, die Bauunternehmer hier anführen. Wie und mit welchen Produkten oder Eigenschaften von Produkten können die Hersteller zur leichteren Realisierung der Barrierefreiheit von Gebäuden beitragen?
Ausstattung/Einrichtung: • Aufzüge • Sensortechnik/automatische Türen • Handläufe, Griffe, Halterungen • Unterfahrbare verstellbare Möbel • Optische und akustische Orientierungshilfen • Sprechanlagen • Lichtsignale und gute Beleuchtung Größe, Anbringung, Zugänglichkeit: • Breite Türen, Eingänge • Geräumig und großzügig, viel Platz • Ebenerdig, keine Bodenschwellen/Stufen • Keine gewendelten Treppen • Schalter und Stecker tiefer anbauen • Rampen, Rutschen. Baustoffe: • Natürliche, schadstoffarme, umweltfreundliche Produkte • Qualitativ hochwertige Stoffe verwenden • Rutsch- und grifffestes Material • Böden aus festem, rutschfestem Material • Fliesen statt Teppich • Kunststoff, Edelstahl • Holz als natürlicher Baustoff • Neue Produkte/Materialien
Deutschland braucht Seniorenwohnungen Die Wohnsituation für Senioren wird sich in den kommenden Jahren bundesweit dramatisch verschlechtern. Immer mehr Ältere drohen vom Wohnungsmarkt „abgekoppelt“ zu werden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Pestel-Instituts in Hannover. Grund seien eine zunehmende Altersarmut sowie ein viel zu geringer Bestand an altersgerechten und bezahlbaren Wohnungen in Deutschland. So werden im Jahr 2020 mehr als 930.000 Rentner in Deutschland auf die staatliche Grundsicherung im Alter angewiesen sein. Ihre Zahl würde damit noch in diesem Jahrzehnt dramatisch steigen – um mehr als 125 Prozent. Jeder zwanzigste Rentner müsste dann vom sozialen Netz aufgefangen werden. Tendenz steigend. Die Pestel-Untersuchung zum „Wohnen im Alter“ erfolgte im Auftrag der Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“. Darin haben sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), der Deutsche Mieterbund (DMB), der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) zusammengeschlossen. Um Deutschland auf das Senioren-Wohnen vorzubereiten, müsse in den kommenden Jahren in erheblichem Maße neu gebaut und modernisiert werden. Andernfalls drohe eine „graue Wohnungsnot“ – und damit die soziale Ausgrenzung Älterer beim Wohnen. Immerhin werde die Zahl der Rentner in Deutschland bis 2020 um 6,2 Prozent auf dann mehr als 17,8 Millionen steigen.
Staatliche Förderung gefordert Der Großteil der Senioren hat, so die Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“, ein Interesse daran, möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. „Es darf in Zukunft nicht so sein, dass ältere Menschen nur allein deshalb ins Pflegeheim gehen müssen, weil eine ambulante Betreuung auf Grund der Ausstattung der eigenen Wohnung nicht mehr möglich ist. Jeder Heimplatz ist auf Dauer um ein Vielfaches teurer als das altersgerechte Sanieren einer Wohnung oder der Neubau einer Senioren-Wohnung“, sagt Dr. Ronald Rast. Der Sprecher der Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“ fordert vom Bund dringend stärkere Anreize für das altersgerechte Sanieren und für den Neubau von barrierearmen Senioren-Wohnungen. Dazu müssten für das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ in den kommenden Jahren mindestens 100 Millionen Euro jährlich zur Verfügung gestellt werden. Dieser Bedarf stehe jedoch im krassen Widerspruch zu dem, was die Bundesregierung derzeit plane.
Musterwohnung für die Zielgruppe Seit dem 7. Juli kann sich die Braunschweiger Bevölkerung umfassend in einer Musterwohnung zum Thema barrierefreies Wohnen informieren. Die 66 Quadratmeter große zweieinhalb Zimmer Komfortwohnung ist für Menschen über 50 sowie für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit konzipiert. Realisiert wurde das Gemeinschaftsprojekt von der örtlichen Nibelungen-Wohnbau GmbH, dem Informatik- und Technologie Zentrum der Universität Braunschweig, kurz BITZ, dem Peter Reichertz Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover sowie dem Deutschen Roten Kreuz, DRK. Zugleich ist in den Räumlichkeiten der Musterwohnung die Wohnberatung des Braunschweiger DRK untergebracht. In Braunschweig will die DRK Wohnberatung vor allem ältere Menschen erreichen, die solange es geht im eigenen Haushalt leben möchten. Da ein Großteil älterer Menschen zur Miete wohnt, sollte die Musterwohnung eine klassische Mietwohnung sein, allerdings Parterre gelegen, um einen leichten Zugang auch mit Rollator oder Rollstuhl zu ermöglichen. Gefunden wurde das passende Objekt schließlich in einem größeren Mehrfamilienhaus aus den 60er Jahren, das sich im Eigentum der Nibelungen-Wohnbau GmbH befindet und gerade renoviert wurde. Auch die Wohnungsbaugesellschaft befasst sich seit vielen Jahren mit dem Thema Barrierefreiheit, denn entsprechende Anfragen von Mietern nehmen zu. „Wir sind froh, jetzt diese Musterwohnung nutzen zu können, denn hier können wir interessierte Menschen nicht nur kompetent beraten, sondern sie können bei uns direkt die Produkte ausprobieren“, beschreibt Diplom Sozialpädagogin Ute Lütjohann, die seit 2007 in der Braunschweiger Wohnberatung des DRK tätig ist. Die demographische Entwicklung in Deutschland führt auch zwangsläufig zu einer Umgestaltung des Wohnumfeldes. Barrierefreiheit ist ein Stichwort, das derzeit intensiv in der gesamten Bauwirtschaft diskutiert wird. Um die eigene Wohnung anzupassen, gibt es aber noch weitere Möglichkeiten. Dazu gehören beispielsweise altersgerechte Treppengeländer und Treppenstufen, Terrassenbeläge auf denen man nicht ausrutscht, behindertengerechte Türöffnungsanlagen, Wegeführung durch LED, gelenkschonende Bodenbeläge und vieles mehr. In der Musterwohnung in Braunschweig beispielsweise kommt für die Eingangstür ein Porteo Türassistent von Dorma zum Einsatz.
Problemloses Türöffnen Der steckerfertige Türassistent öffnet und schließt Drehflügeltüren automatisch. In der Braunschweiger Wohnung wurde im Rahmen der Umbauarbeiten direkt oberhalb des Sturzes die notwendige Steckdose angebracht. In der neuesten Version verfügt der geräuscharme und zuverlässige Türassistent über eine Hinderniserkennung. Dies sorgt nicht nur für Komfort, sondern auch für zusätzliche Sicherheit. Der Porteo eignet sich für den Betrieb an Drehflügeltüren mit einer Breite bis 1100 mm und einem Gewicht bis 100 kg. Möglich sind Sturz- und Türblattmontagen an der Band- und der Bandgegenseite. Mit dem eleganten DormaContur Design passt sich der Türassistent nahezu allen Wohnräumen an. Die Steuerung erfolgt mittels Taster bzw. Fernbedienung. Sogar eine Steuerung über Bewegungssensor ist möglich.
Fußboden ohne Barriere Den Wunsch nach einer barrierefreien raumübergreifenden Verlegung von Parkettböden ohne störende Übergangsleisten bekommen Bodenleger immer öfter zu hören. Das liegt zum einen an zunehmend offener und großzügiger gestalteten Wohnräumen als auch an gestiegenen Anforderungen hinsichtlich der Barrierefreiheit. Hamberger hat jetzt gute Nachrichten für alle Handwerker: mit dem ab Werk erhältlichen Wechselelement „Reverso“ geht die raumübergreifende durchgehende Verlegung zukünftig passgenau und ohne Zeitverlust von der Hand. Dank des neuen Parkettelements Reverso ist es ab jetzt möglich, die Verlegerichtung im Raum zu wechseln ohne eine Standarddiele modifizieren zu müssen. Stattdessen bleibt neben der Zeitersparnis die Verriegelung unbeschädigt. Und auch Mittellagenspalter oder das Einschieben von Klebstoff in die Verriegelung sind kein Thema mehr. Zudem fallen keine Kosten für Übergangsprofile oder beschädigte Elemente mehr an. Die werkseitige Passgenauigkeit von Reverso macht die durchgehende raumübergreifende Verlegung einfach, schnell und sicher für ein perfektes Ergebnis – die Visitenkarte des Bodenlegers. Das Sortiment startet mit 14 Landhausdielen in Eiche, Bernsteineiche, Achateiche, Lärche und Buche sowie einem Schiffsboden-Element in Eiche. Damit deckt Hamberger gezielt die wichtigsten Bestseller ab, die erfahrungsgemäß bei dieser Art der Verlegung zum Einsatz kommen.
Nullschwelle Dank der EnEV 2009 gehört energieeffizientes Bauen bereits seit längerem zum Alltagsgeschäft der Architekten, Ingenieure und Bauherren. Zudem verschärfen sich zunehmend die Anforderungen an die Wärmedämmung. Mit dem kürzlich erweiterten EEWärmeG 2011 gelten diese nun nicht mehr nur für Neubauten, sondern auch bei der Sanierung öffentlicher Gebäude. Doch das neue Gesetz kollidiert mit einer anderen Novellierung, der DIN 18040. Demnach sollen alle Haupteingänge stufen- und schwellenlos erreichbar sein, untere Türanschläge sind unzulässig. Die Bauverantwortlichen stehen daher meist vor einem Dilemma, denn schwellenfreie Zugänge lassen sich kaum wärmedicht abschließen. Alternativ werden oft komplizierte Sonderanfertigungen installiert, um einen barrierefreien Zugang zu gewähren. Eine unkomplizierte Lösung stellen die Magnettürdichtungssysteme der Alumat Frey GmbH dar. Sie erlauben einen absolut ebenerdigen Türdurchgang und halten selbst den Anforderungen des neuen Wärmegesetzes stand. Die Magnetdoppeldichtungssysteme werden nicht nur für Eingangstüren verwendet, sondern auch für Zugänge an Terrassen, Balkonen und Wintergärten. Zur Zielgruppe von Alumat gehören in der Regel Krankenhäuser, Behinderten- und Seniorenheime sowie Kindergärten. Doch zunehmend interessieren sich auch Privatleute und Kommunen für die Systeme. Durch die Installation entstehe ein bodenebener und dadurch wirklich barrierefreier Türdurchgang ohne jegliche Aufkantung, heißt es aus dem Unternehmen.
Fenster leicht bedienen Moderne Fenster und Türen sind an sich schon ein großer Komfortgewinn: Sie bringen angenehmes Tageslicht und kostenlose Sonnenenergie ins Haus, sorgen für eine gesunde Frischluftzufuhr und halten den Straßenlärm, Kälte und Einbrecher vor der Tür. Allerdings kann man diese positiven Eigenschaften noch erheblich verbessern. „Automatisierte Elemente erleichtern den Alltag genauso effektiv, wie die Fernbedienung für das Heimkino mit seinen vielen Geräten – niemand möchte heute mehr bei jedem Senderwechsel aufstehen oder die Lautstärke per Hand regeln“, so der Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF), Ulrich Tschorn. Es gibt automatisierte Elemente, die sind für uns bereits selbstverständlich: Viele Wohnungen und Häuser besitzen heutzutage Rollläden, die per Knopfdruck hoch und runter fahren. Auch ein sich per Fernbedienung öffnendes und schließendes Garagentor gehört mittlerweile bei vielen Haushalten zum guten Ton. Jetzt sind automatisierte Elemente an Türen und Fenstern auf dem Vormarsch: Mit ihnen können die Fenster zum Lüften geöffnet werden und auch der Weg in den Garten wird durch eine entsprechende Motorisierung der Terrassen- oder Balkontür erheblich erleichtert. Ob die alten Fenster nachgerüstet oder neue Fenster mit bereits vorinstallierten Elementen eingebaut werden, bleibt dabei ganz dem Wunsch des Modernisierers überlassen. „Es ist einfach, das Lüften über eine Tastatur, eine Zeitsteuerung, das Mobiltelefon, eine Fernbedienung oder über einen Touch-Screen zu regeln“, bringt Tschorn die Lösung auf den Punkt.
Download: Altersgerecht Wohnen (PDF-Datei)
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